Bauland entwickeln im Zurzibiet

Bad Zurzach, 14. März 2019 – Entwicklung schaffen, Bauland mobilisieren: mit diesem Ziel führte am Donnerstag der Gemeindeverband ZurzibietRegio einen Anlass durch für Gemeindevertreter und Baufachleute. Der Verband der 25 Regionsgemeinden will Arealentwicklungen anstossen. Eine partnerschaftliche Siedlungsentwicklung soll innovative Unternehmen für die Region Zurzibiet begeistern, zu Ansiedlungen führen und vor allem innovative Arbeitsplätze schaffen. Am Anlass wurden kantonale Vergleichsbeispiele gezeigt und es fanden Exkursionen in Koblenz und Bad Zurzach statt. Der Anlass wurde in Zusammenarbeit mit der Zürcher Raumplanungsagentur sa_partners konzipiert. «Das Zurzibiet hat grosse Potenziale, aber die Region muss sie nutzen» betonte in seinem Grusswort Felix Binder.

Jürg Rüttimann, Gemeindeammann von Jonen präsentierte das Landi-Projekt im Dorfzentrum (Referat Jonen). Ein Projektwettbewerb mit Studienaufträgen wurde durchgeführt. Die standortgerechte Lösung enthält drei Baukörper mit 12 Wohnungen, Gewerberäumen und einem neuen Verkaufsgeschäft.

Ein weiteres Vergleichsbeispiel war die Zentrumsplanung Stetten. Seit der Schliessung der Firma Belinox lag das Areal brach. Mitten in der Gemeinde Stetten. 2012 wurde ein Testplanverfahren durchgeführt. Mit der geplanten Zentrumsüberbauung und dem neuen Dorfplatz möchte das Dorf attraktiver werden und hochwertige Wohn- und Gewerbebauten sowie öffentliche Räume schaffen (Referat Stetten).

In der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg leistet die Arealentwicklung Bolleri einen wesentlichen Beitrag zur gemeindeübergreifenden Zentrumsentwicklung Mutschellen (Referat Rudolfstetten). Im Rahmen eines mehrstufigen Planungsprozesses entstand ein durchmischtes und verdichtetes Gebiet mit vielfältiger Nutzung. Die Qualitätssicherung erfolgte in der Bau- und Nutzungsordnung, in Sondernutzungsplänen, in Verträgen mit den Grundeigentümern und in nachgelagerten qualitätssichernden Verfahren.

Als Zurzibieter Beispiel präsentierte Patrick Gosteli, Gemeindeammann von Böttstein das Gesamtkonzept «Grossacher». Dieses umfasst eine Grösse von rund acht Hektaren am Klingnauer Stausee. Hier wurde in einem mehrstufigen kooperativen Prozess Entwicklungsvarianten eruiert und die wichtigsten Leitlinien in behörden- und grundeigentümerverbindlichen Instrumenten festgesetzt. Der landschaftlichen Umgebung wird gebührend Rechnung getragen durch eine vielseitige Bebauungsstruktur, einer Höhenstaffelung und Nutzungsanordnungen.

Die Exkursion in der Gemeinde Koblenz am Nachmittag führte durch den alten Dorfkern. Eine Umstrukturierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte eine Fläche von rund 5’200 m2 frei. Es bot sich die Chance einer individuellen, für das Ortsbild verträglichen Lösung. So wurde ein frühes Vorzeigemodell für eine verdichtete Wohnsiedlung geschaffen (Folien Koblenz).

Den Abschluss bildete eine Exkursion im Flecken Bad Zurzach. Das Bahnhofgebiet ist ein Entwicklungs- und Transformationsgebiet und ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. Zentrale Fragestellungen dieses Raumes sind das Bauen in historischen Kontexten mit einer vielseitigen Nutzerstruktur und kleinteiliger Gliederung. Im Jahre 2012 initiierte die Gemeinde eine städtebauliche Studie. Mit dem Kauf von Schlüsselarealen und der anschliessenden Erarbeitung des kommunalen Richtplans für das Bahnhofsgebiet wurden die Grundlagen für die Umsetzung des Fleckenkonzepts gelegt.

Rund 50 Teilnehmende aus Behörden und Wirtschaft nahmen an dem Anlass teil. Der Anlass fand im Zentrum Langwies in der Gemeinde Bad Zurzach statt. Ein Netzwerk-Lunch über Mittag schuf Raum und Zeit für Gespräche.

Hier finden Sie die einzelnen Referate des Anlasses:

Böttstein, Grossacher
Jonen, Landi
Koblenz, Zentrumsüberbauung Hinterdorf
Rudolfstetten, Bolleri
Stetten, Ortskern sichern

Event-Programm

Weiterführende Literatur:
Bericht Partnerschaftliche Arealentwicklung (sa_partners im Auftrag von ZurzibietRegio)